Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Koͤnig

Louis. Ich thu's, mein Fuͤrſt, und find' in ihrem Auge Ein Wunder, das mich in Verwundrung ſetzt, Den Schatten von mir ſelbſt in ihrem Auge, Der, da er nur der Schatten eures Sohns, Zur Sonne wird, und macht den Sohn zum Schatten. Ich ſchwoͤr' euch zu, ich liebte niemals mich, Bis ich mich ſelber ausgemahlt hier ſah, Gefaßt im Schmeichelbilde ihrer Blicke. (Er ſpricht heimlich mit Blanca.) Baſt. Gefaßt im Schmeichelbilde ihrer Blicke Gehaͤngt in finſtern Runzeln ihrer Brauen! Im Herzen eingeviertelt Liebestuͤcke Und Hochverrath. Wie Jammer iſt, zu ſchauen, Daß aufgehaͤngt, gefaßt, geviertelt, nun In ſolcher Huld dieß Jammerbild ſoll ruhn. Bl. Des Oheims Will' in dieſem Stuͤck iſt meiner. Sieht er etwas in euch, das ihm gefaͤllt, So kann ich leicht dieß etwas, das er ſieht, In meinen Willen uͤbertragen: oder Um richtiger zu reden, wenn ihr wollt, Will ich es meiner Liebe gern empfehlen. Nicht weiter ſchmeicheln will ich euch, mein Prinz, Daß, was ich ſeh' an euch, der Liebe werth, Als ſo: daß ich⸗an euch nichts ſehen kann, Sei ſelbſt die Mißgunſt euer Richter waͤr') as irgend Haß mir zu verdienen ſchiene. B. Joh. Was ſagt das junge Paar? was ſagt ihr, Nichte? Bl. Daß Ehre ſie verpflichtet, ſtets zu thun Was eure Weisheit ihr geruht zu ei R. Ph. So ſprecht denn, Prinz, koͤnnt ihr dieß Fräulein lieben? Louis. Nein, fragt, ob ich mich kann der Lieb' er⸗ wehren, Denn unverſtellten Herzens lieb' ich ſie. R. Joh. Dann geb' ich dir Volqueſſen, Touraine, Maine, Poictiers und Anjou, dieſe fuͤnf Provinzen, Mit ihr zugleich, und dieſe Zuthat noch, Baar dreißigtauſend Mark Englaͤndiſch Gold. Philipp von Frankreich, wenn es dir gefaͤllt, Laß Sohn und Tochter nun die Hand ſich geben.