Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Sz. 2. Johann. 23

Paſt. Das iſt ein Trumpf! Der ſchuͤttelt euch des alten Tods Geripp Aus ſeinen Lumpen! Traun, ein großes Maul, Das Tod ausſpeyt, und Berge, Felſen, Seen; Das ſo vertraut von grimmen Löwen ſchwatzt, Wie von dem Schooßhund dreyzehnjaͤhr'ge Maͤdchen. Hat den Kumpan ein Kanonier erzeugt? Er ſpricht Kanonen, Feuer, Dampf und Knall, Er giebt mit ſeiner Zunge Baſtonaden, Das Ohr wird ausgepruͤgelt; jedes Wort Pufft kraͤftiger, als eine fraͤnkſche Fauſt. Blitz! ich bin nie mit Worten ſo gewalkt, Seit ich des Bruders Vater Tatte nannte. El. Sohn, horch auf dieſen Vorſchlag, ſchließ die Heirath, Gieb unſrer Nichte wuͤrd'gen Brautſchatz mit: Denn dieſes Band verſpricht ſo ſicher dir Den widerſprochnen Anſpruch auf die Krone, Daß dort dem Kindlein Sonne fehlen wird, Die Bluthe bis zur maͤcht'gen Frucht zu reifen. Ich ſehe Willfahrung in Frankreichs Blicken; Sieh, wie ſie fluͤſtern, dring' in ſie, derweil Die Seelen dieſer Ehrſucht faͤhig ſind; Daß nicht der Eifer, durch den Hauch geſchmelzt Von ſanften Bitten, Mitleid und Bereuen, Zu ſeiner vor'gen Haͤrt' aufs neu erſtarrt. 1. Bürg. Warum erwiedern nicht die Majeſtaͤten Den Freundes⸗Vorſchlag der bedrohten Stadt? R. ph. Red' England erſt, das erſt ſich hingewandt Zu dieſer Stadt zu reden. Was ſagt ihr? R. Joh. Kann dein erlauchter Sohn, der Dauphin dort, Ich lieb', in dieſem Buch der Schoͤnheit leſen, So waͤgt ihr Brautſchatz Koͤniginnen auf; Denn Anjou ſoll, ſammt Poictiers, Touraine, Maine Und allem, was wir nur dieſſeit des Meers, Bis auf die jetzt von uns berennte Stadt, An unſte Kron' und Herrſchaft pflichtig finden, Das Brautbett ihr verguͤlden, und ſie reich An Titeln, Ehren und Gewalten machen, Wie ſie an Reiz, Erziehung und Geburt Sich neben jegliche Prinzeſſin ſtellt. R. Pph. Was ſagſt du, Sohn? Schau in des Fraͤu⸗ leins Antlitz⸗