Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20 Koͤnig A. II.

R. Joh. Frankreich, haſt du mehr Blut noch zu vergenden? Hat freyen Lauf nun unſers Rechtes Strom? Er wird, gehemmt durch deinen Widerſtand, Sein Bett verlaſſen, und in wilder Bahn Selbſt dein beſchraͤnkend Ufer uͤberſchwellen, Wo du ſein ſilbernes Gewaͤſſer nicht In Frieden gleiten laͤßt zum Ocean. R. Ph. England, du ſparteſt keinen Tropfen Blut In dieſer heißen Pruͤfung mehr als Frankreich; Verlorſt eh mehr: und bey der Hand hier ſchwör' ich, Die herrſcht, ſo weit ſich dieſer Himmel ſtreckt: S wir gerecht getragne Waffen niederlegen, Mußt nieder du, um welchen wir ſie tragen, Sonſt mehrt ein Koͤnigsleichnam noch die Todten, Daß dann die Liſte von des Kriegs Verluſt Mit Mord beym Namen eines Konigs prange. Baſt. Ha, Majeſtaͤt! wie hoch dein Ruhm ſich ſchwingt, Wenn koͤſtlich Blut in Koͤnigen entgluͤht! Ha! nun beſchlaͤgt der Tod mit Stahl die Kiefern, Der Krieger Schwerter ſind ihm Zaͤhn' und Hauer; So ſchmauſt er nun, der Menſchen Fleiſch verſchlingend, In unentſchiednem Zwiſt der Koͤnige. Was ſtehn ſo ſtarr die koͤniglichen Heere? Ruft Mord, ihr Koͤn'ge! ins befleckte Feld, Ihr gleichen Maͤchte, wild entflammte Geiſter! Laßt eines Theils Verderb des andern Frieden Verſichern; bis dahin: Kampf, Blut und Tod! R. Joh. Auf weſſen Seite treten nun die Staͤdter? R. Ph. Fuͤr England, Bürger, ſprecht: wer iſt eu'r Herr? 1. Bürg. Der Koͤnig Englands, kennen wir ihn erſt. B. Ph. Kennt ihn in uns, die wir ſein Recht vertreten. k. Joh. In uns, die wir ſelbſteigne Vollmacht fuͤhren, Und uns allhier behaupten in Perſon: Herr unſer ſelbſt, von Angers und von euch. 1. Bürg. Dieß weigert eine hoͤh're Macht, als wir, Und wir verſchließen, bis es ausgemacht, Den vor'gen Zweifel in geſperrten Thoren, Selbſt Koͤn'ge unſrer Furcht, bis dieſe Furcht Uns ein gewiſſer Herrſcher lößt und bannt. Baßt. Bey Gott! dieß Pack ti hoͤhnt euch, uͤrſten;. Sie ſtehn auf ihren Zinnen ſorglos da,