Johann⸗ 19
G S
Zweyte Sßene.
(Getuͤmmel und Schlacht. Dann ein Ruͤckzug. Ein franzoſi⸗ ſcher Herold mit Trompetern tritt an die Thore.)
Fr. er. Ihr Maͤnner Angers, offnet weit die Thore, Laßt Arthur, Herzog von Bretagne, ein, Der heut durch Frankreichs Ha d viel Stoff zu Thränen Den Muͤttern Enslands ſchaffte, deren Soͤhne Geſaͤet liegen auf dem blut'gen Grund.
Auch mancher Wittwe Gatte liegt im Staub,
Nun kalt umarmend die verfaͤrbte Erde;
Und Sieg, mit wenigem Verluſte, ſpielt
Auf der Franzoſen tanzenden Panieren,
Die triumphirend ſchon geordnet ſtehn,
um einzuziehn, und Arthur von Bretagne
Als Englands Herrn und euren auszurufen. (Ein Engliſcher Herold mit Trompetern.)
. Her. Freut euch, ihr Maͤnner Angers! laͤutet Glocken! Koͤnig Johann, Englands und eurer, naht,
Gebieter dieſes heißen, ſchlimmen Tags.
Die ausgeruͤckt mit ſilberheller Wehr,
Sie kehren heim, mit Fraͤnk ſchem Blut vergoldet; Kein Engliſch Haupt trug Federn auf dem Helm, Die eine Lanze Frankreichs weggeriſſen;
Die Fahnen kehren in denſelben Haͤnden,
Die erſt beym Auszug ſie entfaltet, heim.
Und wie ein muntrer Trupp von Jaͤgern, kommen Die Engliſchen, die Haͤnde ganz bepurpurt, Gefaͤrbt vom Morde, der die Feind' entfaͤrbt. Thut auf die Thor', und gebt den Siegern Raum!
1. Bürg. Herolde, von den Thuͤrmen ſahn wir wohl Den Angtff und den Ruͤckzug beyder Heere Von Anfang bis zu Ende: ihre Gleichheit Scheint ohne Tadel unſerm ſchaͤrfſten Blick.
Blut kaufte Blut und Streiche galten Streiche, Macht gegen Macht, und Stärke ſtand der Staͤrke. Sie ſind ſich gleich, wir beyden gleichgeſinnt.
Bis einer uͤberwiegt, bewahren wir
Die Stadt fuͤr keinen und fuͤr beyde doch.
(Von der einen Seite treten auf Koͤnig Johann mit Truppen, Eleonora, Blanca, und der Baſtard, von der andern Koͤnig Philipp, Louis, Oeſter⸗ reich und Truppen.)
2*


