Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Sz. 1. Johann. 13

Es hier zu wagen auf ein neues Gluͤck. Kurz, eine beſſre Auswahl kuͤhner Herzen, Als Englands Boden jetzt heruͤberſendet: S Hat nie gewogt auf der geſchwollnen Flut, Zu Harm und Unfug in der Chriſtenheit. 8 (Man hoͤrt Trommeln.) Die Unterbrechung ihrer groben Trommeln Fuͤrzt alles weitre ab; ſie ſind zur Hand, Zu Unterhandlung oder Kampf: empfangt ſie. R. Ph. Wie unverſehn kommt dieſer Heereszug! Oeſt. Je mehr uns unerwartet, um ſo mehr Muß es zum Widerſtand den Eifer wecken; Es ſteigt der Muth mit der Gelegenheit. Sie ſein willkommen denn, wir ſind bereit. (König Johann, Eleonora, Blänca, der Baſtard, Pembroke, treten auf mit Truppen.) R. Joh. Mit Frankreich Frieden, wenn es friedlich uns Gönnt einzuziehn in unſer Erb' und Recht! Sonſt blute Frankreich, flieh zum Himmel, Friede, Wenn wir, der zorn'ge Diener Gottes, zucht gen, Den Freveltrutz, der ſeinen Frieden ſcheuchte, R. Pph. Mit England Frieden, wenn der Krieg aus Frankreich Nach England kehrt, in Frieden dort zu ſeben. Wir lieben England, und um Englands willen Bringt unſrer Ruͤſtung Buͤrd' uns hier in Schweiß. Dieß unſer Werk kam deiner Sorge zu; Doch, daß du England liebeſt, fehlt ſo viel, Daß ſeinen ächten Koͤnig du verdrängt, Zerſtört die Reih der Abſtammung, gehoͤhnt Des Staats Unmuͤndigkeit, und an der Krone Jungfraͤulich reiner Tugend Raub veruͤbt. Schau hier das Antlitz deines Bruders Gottfried! Die Stirn, die Augen ſind nach ihm geformt, Der kleine Auszug hier enthaͤlt das Ganze, Das ſtarb mit Gottfried; und die Hand der Zeit Wird ihn entfalten zu gieich großer Schrift. Der Gottfried war der aͤltre Bruder dir, Und dieß ſein Sohn; England war Gottfrieds Recht, Und er iſt Gottfrieds: in dem Namen Gottes, Wie kommt es denn, daß du ein Koͤnig heißeſt, Weil lebend Blut in dieſen Schlaͤfen walt, Der Krone wuͤrdig, welche du bewaͤltigt?