Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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12 Koͤnig A. M.

Conſt. O nehmt der Mutter nehmt der Witwe Dank,

Bis eure ſtarke Hand ihm Stoaͤrke leiht, Zu beſſerer Vergeltung euver Liebe!

Geſt. Den lohnt des Himmels Friede, der ſein Schwert In ſo gerechtem, frommen Kriege zieht.

R. Ph. Nun gut, ans Werk! Wir richten das Geſchutz Ins Antlitz dieſer widerſpenſt'gen Stadt. Ruft unſte Haͤupter in der Kriegskunſt her,

Die vortheilhaftſten Stellen zu erſehn.

Wir wollen lieber hier vor dieſer Stadt

Hinſtrecken unſer koniglich Gebein,

In fraͤnkſchem Blute bis zum Marktplatz waten,

Als dieſem Knaben nicht ſie unterwerfen.

Conſt. Erwartet auf die Botſchaft erſt Beſcheid, Daß ihr zu raſch mit Blut das Schwert nicht faͤrbt; Vielleicht bringt Ehatillon das Recht in Frieden Von England, das wir hier mit Krieg erzwingen, Dann wird uns jeder Tropfe Bluts gereun,

Den wilde Eil ſo unbedacht vergoß. Chattillon tritt auf.)

R. Ph. Ein Wunder, Fuͤrſtin! Suh⸗ auf deinen .

. unſch

Kommt unſer Bote Chatillon zuruͤck.

Was England ſagt, kurz meld' es, edler Freyherr?

Gelaſſen harr'n wir dein: Sprich, Chattillon! Chat. So kehrt von dieſer winzigen Belagerung

All eure Macht auf einen größern Kampf.

England, nicht duldend eu't gerecht Begehren,

Hat ſich gewaffnet; widerwaͤrt'ge Winde,

Die mich verzoͤgert, gaben ihm die Zeit

Mit mir zugleich zu landen ſeine Schaaren.

Er naht mit ſchnellen Maͤrſchen dieſer Stadt,

Die Heersmacht ſtark, die Krieger voller Muth.

Mit ihm kommt ſeine Mutter Koͤnigin,

Als Ate, die zu Kampf und Blut ihn treibt;

Dann ihre Nichte, Blanka von Caſtilien,

Ein Baſtard vom verſtorbnen Koͤnig auch;

Und aller Ungeſtuͤme Muth im Land,

Verwegne, raſche, wilde Abentheurer

Mit Maͤdchenwangen und mit Drachengrimm;

Sie haben all ihr Erb daheim verkauft,

Stolz ihr Geburtsrecht auf dem Ruͤcken tragend,