Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Sz 1. Johann.

Ein Krieger, den die ruhmverleih'nde Hand Des Loͤwenherz im Feld zum Ritter ſchlug.

R. Joh. Wer biſt du?

Rob. Der Erb' und Sohn deſſelben Faulconbridge.

R. Joh. Iſt das der ält're, und der Erbe du?

So ſcheints, ihr ſeyd von Einer Mutter nicht.

Baſt. Gewiß von Einer Mutter, maͤcht'ger König, Das weiß man und ich denk' auch, Einem Vater:

Doch die gewiſſe Kenntniß dieſes Punkts Macht mit dem Himmel aus und meiner Mutter; Ich zweifle dran, wie jeder Sohn es darf.

El. Pfui, grober Mann! Du ſchaͤndeſt deine Mutter, Und kraͤnkeſt ihren Ruf mit dem Verdacht. Baſt. Ich, gnäd'ge Frau? Ich habe keinen Grund; Das ſchuͤtzt mein Brüder vor, ich keineswegs:

Denn wenn er es beweiſ't, ſo prellt er mich Jum mindſten um fuͤnfhundert Pfund des Jahrs. Gott ſchuͤtz mein Land und meiner Mutter Ehre!

x. Joh. Ein wackrer dreiſter Burſch! Warum ſpricht er, Als juͤngſtgeborner, deine Erbſchaft an?

Baſt. Ich weiß nicht, außer um das Land zu kriegen Doch einmal ſchalt er einen Baſtard mich.

Ob ich ſo aͤcht erzeugt bin oder nicht,

Das leg' ich ſtets auf meiner Mutter Haupt; Pllein, daß ich ſo wohl erzeugt, mein Juͤrſt, uh dem Gebein, das ſich fuͤr mich bemuͤht!) Vergleicht nur die Geſichter richtet ſelbſt.

Wenn uns der alte Herr, Sir Robert, beide Erzeugt, und dieſer Sohn dem Vater gleicht, O alter Robert! Vater! ſiehe mich

Gott kniend danken, daß ich dir nicht glich.

R. Joh. Nun, welch ein Tollkopf iſt uns hier beſcheert?

El. Er hat etwas von Loͤwenherzens Zugen, Und ſeiner Sprache Ton iſt ihm verwandt. Erkennt ihr nicht Merkmale meines Sohnes Im großen Gliederbaue dieſes Manns?

R. Joh. Mein Aug' hat ſeine Bildungwohl erforſcht, Man find't ihn voͤllig Richard. Ihr da, ſprecht, Was treibt euch eures Bruders Land zu fordern?

Baſt. Weil er ein Halbgeſicht hat, wie mein Vater,