Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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4 Koͤnig A. L

R. Joh. Wir haben Krieg fuͤr und Blut fuͤr lut Zwang wider Zwang: antworte Frankreich das.

Chat. So nehmt denn meines Koͤnigs Fehderuf Aus meinem Munde, meiner Botſchaft Ziel. B. Joh. Bring meinen ihm, und ſcheid' in Frieden ſo. Sey du in Frankreichs Augen wie der Blitz: Denn eh du melden kannſt, ich komme hin, Soll man ſchon donnern hoͤren mein Geſchütz. Hinweg denn! Sey du unſers Grimms Trompete, Und dumpfe Vorbedeutung eures Falls. Gebt ehrliches Geleit ihm auf den Weg: Beſorgt es, Pembroke. Chatillon, leb wohl. (Chatillon und Pembroke ab.) El. Wie nun, mein Sohn! Hab' ich nicht ſtets geſagt, Conſtanzens Ehrgeiz wuͤrde nimmer ruhn, Bis ſie fuͤr ihres Sohns Partey und Recht Frankreich in Brand geſetzt und alle Welt? Dieß konnte man verhuͤten; es war leicht Durch freundliche Vermittlung auszugleichen, Was die Verwaltung zweier Reiche nun Durch ſchrecklich blut'gen Ausgang muß entſcheiden.

R. Joh. uns ſchirmt Beſitzes Macht und unſer Recht.

El. Beſitzes Macht weit mehr, als euer Recht, Sonſt muͤßt! es uͤbel gehn mit euch und mir. So fluͤſtert in das Ohr euch mein Gewiſſen, Was nur der Himmel, ihr und ich ſoll wiſſen. (Der Sheriff von Northamtonſhire tritt auf, und ſpricht heimlich mit Eſſer.)

Eſſ. Mein Fuͤrſt, hier iſt der wunderlichſte Streit, Vom Land vor euren Richterſtuhl gebracht, Wovon ich je gehoͤrt. Bring' ich die Leute?

R. Joh. Ja, fuͤhrt ſie vor.(Sheriff ab.) Die Kloͤſter und hre ſollen zahlen Die Koſten dieſes Zugs. (Der Sheriff kommt zuruͤck mit Robert Faulcon⸗ bridge und Philipp, ſeinem Baſtard⸗Bruder.) Wer ſeyd ihr beyde? Baſt. Ich euer treuer Knecht, ein Edelmanm Hier aus Northamtonſhire, und, wie ich glaube, Der aͤltſte Sohn des Robert Faulconbridge: