Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6 Koͤnig A. I.

Will dieſe Hälfte da mein ganzes Land, Solch' Groſchen⸗Halbgeſicht fuͤnfhundert jaͤhrlich.

Rob. Mein gnaͤd'ger Lehnsherr, als mein Vater lebte, Braucht' euer Bruder meinen Vater oft,

Baſt. Ey Herr, damit gewinnt ihr nicht mein Land: Erzaͤhit uns wie er meine Mutter brauchte. Rob. Und ſandt' ihn einſt auf eine Botſchaft aus, Nach Deutſchland, mit dem Kaiſer dort zu handeln In wichtigen Geſchaͤften jener Zeit. Der Koͤnig nutzte die Entfernung nun, Und wohnt' indeß in meines Vaters Haus. Wie ers erlangte, ſchaͤm' ich mich zu ſagen; Doch wahr iſt wahr: es trennten meinen Vater Von meiner Mutter Strecken See und Land, ich von meinem Vater ſelbſt gehoͤrt) lls dieſer muntre Herr da ward erzeugt. Auf ſeinem Todtbeit ließ er mir ſein Land Im Teſtament, und nahms auf ſeinen Tod, Der, meiner Mutter Sohn, ſey ſeiner nichtz Und war er es, ſo kam er in die Welt An vierzehn Wochen vor der rechten Zeit. Drum, beſter Fuͤrſt, geſteht mir zu, was mein: Des Vaters Land nach meines Vaters Willen. R. Joh. Still! Euer Bruder iſt ein aͤchtes Kind, Des Vaters Weib gebar ihn in der Eh, Und wenn ſie ihn betrog, iſts ihre Schuld, Worauf es alle Männer wagen muͤſſen, Die Weiber nehmen. Sprecht doch, wenn mein Bruder, Der, wie ihr ſagt, den Sohn mit Muͤh erzeugt, Von eurem Vater ihn gefordert haͤtte: Trann, guter Freund, ſein Kalb von ſeiner Kuh Konnt' er behaupten gegen alle Welt; Das konnt' er, traun! War er von meinem Bruder, So konnt' ihn der nicht fordern; euer Vater Ihn nicht verlaͤugnen, war er auch nicht ſein. Kurz meiner Mutter Sohn zeugt' eures Vaters Erben, Dem Erben kommt das Land des Vaters zu. Rob. Hat meines Vaters Wille keine Kraft Das Kind, das nicht das ſeine, zu enterben? Baſt. Nein, nicht mehr Kraft mich zu enterben, Herr, Als, wie ich glaub', er mich zu zeugen hatte. El. Was willſt du lieber ſeyn? ein Faulconbridge,