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Novellen / von Fr. Seybold
Entstehung
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verewigen, mögen ſich nicht beſchweren, da nun ihre Saat aufgeht ihnen ſelbſt zum Ver⸗ derben.Du haſt Recht, erwiederte Ru⸗ dolph mit Wehmuth, das iſt der Gang der Geſchichte; wer Blut ſäet, wird Blut erndten. Doch mich ekelt dieſer Kampf von Sklaven um eine Freiheit an, den erſt die Uebung der Tu⸗ genden eines freien Volks in Jahrhunderten ſie würdig machen wird. Lebe wohl, ich habe genug geſehen und ſcheide.

Nach einer Reiſe durch den Archipel ni unſer Held in ſein Vaterland zurückkehren. Er war eben zu Chias, als die türkiſche Flotte landete. Hier traf die Wiedervergeltung der Barbaren meiſt unſchuldige Griechen. Das Schwert der Türken wüthete unbarmherzig, ohne Unterſchied des Geſchlechts noch Alters. Rudolph floh in das Innere der Inſel, denn ſelbſt die Franken waren nicht ſicher. Die Mör⸗ der folgten der Spur der Flüchtlinge. In einer verborgenen Höhle ſuchte unſer Held Schutz vor den Dolchen der Barbaren; er fand in ihr ein griechiſches Mädchen: eine Hebe, eine Göttin