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Novellen / von Fr. Seybold
Entstehung
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will, daß ich lebe. Als Rudolph von ihm Abſchied nahm, druͤckte ihn Jener gerührt an ſeine Bruſt und ſprach:Jüngling, du biſt gut, bete den Propheten an und werde mein Sohn, daß ich nicht einſam ſterbe! Unſer Held ſchuttelte den Kopf, und der Türke ſprach: Allahs Wille geſchehe!; So trennten ſie ſich zwei gute Menſchen, und das Auge des Gottes aller Völker blickte mit Wohlgefal⸗ len auf ſie herab.

Voll bittern Wermuths ſchuͤttete unſer Held ſeine Klagen über die Barbarei der Griechen in den Schvos eines griechiſchen Prieſters aus, der ſich durch Kenntniſſe und edeln Charakter über ſeine Landsleute erhob.Was verlangſt du von Menſchen, entgegnete ihm dieſer, die nach tauſendjähriger Sklaverei ihre Ketten ſchüt⸗ teln? Sie ſind, wozu die Tirannei ihrer Treiber ſie gemacht hat: feig und kriechend un⸗ ter dem Joche, übermüthig und grauſam im Sieg. Unwiſſenheit iſt die Handhebe des Deſpotismus und die Mutter der Sklaverei; die ſie pflegen, die Schmach der Völker zu