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Novellen / von Fr. Seybold
Entstehung
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biens Sandwuͤſten flüchten, an den Nord⸗ und Südpol fliehen, und lieber unter Seehunden und Eisbären leben, als unter dem verfluchten Geſchlechte der Menſchen; nach vierzehn Tagen aber entſchloß er ſich, ſeiner Treuloſen den Gefallen nicht zu thun, ſondern ihr zum Aer⸗ ger in ſeiner Vaterſtadt zu bleiben und ſich um ein Amt zu bewerben. Das war ſehr vernünftig von ihm; aber mit der Vernunft kommt man in der Welt nicht weit. Er ging zu allen Miniſtern, Staatsräthen und Präſiden⸗ ten, machte ſeine dem Vaterlande geleiſteten Dienſte geltend, wurde ſehr höflich ewpfangen, füͤr ſeinen Patriotismus belobt und ſein Recht auf eine baldige Anſtellung anerkannt; ſo oft aber eine Stelle aufging, wurde er auf die nächſte vertröſtet. Mit der Praxis ging es auch nicht, da diejenigen, welche weislich zu Hauſe geblieben waren, ſie ſchon weggefiſcht batten; er mußte demnach von ſeinem nicht ſehr bedeutenden Vermögen zehren.

Um dieſe Zeit war in Deutſchland ein gro⸗ ßes Geſchrei nach Verfaſſungen, und ſo wurde