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Novellen / von Fr. Seybold
Entstehung
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ſich doch bald, betheuerte der Geliebten ſeine ewige Liebe und Treue, und ging getroſt den Gefahren des Feldzugs entgegen. Dies war der letzte Brief, den er von Bertha erhielt, aber er legte darauf kein großes Gewicht, denn im Felde gehen Briefe leicht verloren. Die ſroheſte Ausſicht in die Zukunft lag vor ſeinen Blicken: er hatte einen ehrenvollen Abſchied, durfte hoffen, durch ſeine militäriſchen Dienſt⸗ leiſtungen eine Zivilanſtellung vor andern gleich Befähigten zu verdienen, heirathete dann ſeine Geliebte und wurde ein glücklicher Gatte und Vater. Von ſolchen ſüßen Hoffnungen erfüllt eilte unſer Held der Heimath zu. Als er in ſeiner Vaterſtadt ankam, erfuhr er nicht ohne Befremden, daß ſeine Bertha, ſein Engel, ſeine Gattin, ſeinen Schulkameraden Gott⸗ lieb geheirathet habe, und ihm vor acht Ta⸗ gen angetraut worden ſei. Nun verfluchte Rudolph das ganze weibliche Geſchlecht, und ſchwur ihm ewigen Haß, welchen Schwur er aber nicht hielt. Der lahme Gottlieb, wie man ihn auf der Univerſität nannte, machte