16
Sarrin, Pfarrer des Kirchſpiels, ertheilte
dem Knaben Unterricht in der Religion und in der Kirchengeſchichte, die des alten Mannes
Lieblingsſtudium war, und die er im Geiſte
und Geſchmacke ſeines Glaubens und geiſtlichen Berufes trieb. In dieſem Sinne bildete er das Gemüth des Knaben zur Religioſität aus. Seine Lehre faßte um ſo tiefere Wurzel, da er ſie mit voller Ueberzeugung vortrug. Die katholiſche Religivn iſt, ſo wenig ſie die kri⸗ tiſche Beleuchtung eines geſunden, durch Kennt⸗ niſſe aufgeklärten Verſtandes zu ertragen ver⸗ mag, dennoch, wie eine berühmte Frau ſagt, ſehr geeignet, die Einbildungskraft zu feſſeln, welche ſie durch das Erhabene und Schauer⸗ volle anzieht, während ſie zugleich durch ge⸗ heimnißvolle, abwechſelnd heitere und düſtere Zeremvnien die Sinne gefangen nimmt. Die Ewigkeit, dem Geiſte ihrer Bekenner ſtets gegenwärtig, fordert ſie zur Contenſation auf, und lehrt ſie mit ernſtem Sinne das Gute und das Böſe abwägen, während die täglichen Uebun⸗ gen eines impoſanten Ritus die Aufmerkſamkeit
*


