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Novellen / von Fr. Seybold
Entstehung
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Mädchen, das er, vertraulich plaudernd, an der Hand führte, war nicht über fünfzehn Jahr alt in jugendlicher Fülle und Unſchuld das reizende Bild einer Hebe. Der Jäger, der ihnen folgte, war ein Mann von etlichen vierzig Jahren, von gedrungenem Wuchs und. herkuliſchen Schultern. Als die Beiden vor⸗ uͤber gingen, grüßten ſie den Fremden, freund⸗

lich mit dem Kopfe nickend. Der Jäger blieb

ſtehen, ſetzte ſeine Flinte auf den Boden und

ſprach:Gelobt ſei Jeſus Chriſtus!In

Ewigkeit! antwortete der Fremde in üblicher Weiſe.Ein ſchönes, ſtilles Thal! fügte er binzu.Still! verſetzte der Jäger und ſchüt⸗ telte traurig den Kopf; das war es, lieber Herr, in den vierzig Jahren, die ich hier lebe; aber jetzt ſind die Zeiten ſchlimm, und ſie wol⸗ len uns ſelbſt in unſerer Einſamkeit nimmer in Ryhe laſſen.Die Republik, ſagte der Fremde, will ja das Volk nur glücklich machen. Wir waren glücklich in unſerer Art und wünſchten uns nichts Beſſeres. Warum will man uns zwingen, die Weiſe unſerer Väter zu