Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

222

Cajüte der gnädigen Frau trat, um ihr das Haar zu ordnen.

; sic

Ihr seid unwohl, fürchte ich," bemerkte ihre Ge­bieterin.

, Es wird bald vorübergehen," versette das arme Geschöpf stockend.

,, Gewiß, es fehlt Euch etwas. Eure Hände zit­tern, und Eure Augen sind roth wie vom Weinen. Ihr habt Euch durch Eure Aufmerksamkeit gegen mich überarbeitet. Laßt nur mein Haar," fügte sie gut­müthig bei; ich will es selbst ordnen. Geht in Eure Cajüte; ich will den Doctor Burke zu Euch schicken."

Ich bin nicht krant, gnädige Frau, gewiß nicht," versette Rosa; wenigstens nicht körperlich."

Im Gemüth also. Ihr habt geweint; warum?" Rosa blieb stumm. Der Augenblick war gefom­men; aber sie fand nicht den Muth, sich auszusprechen. Wie gut sie auch ihre Worte geordnet hatte, sie waren in ihrer Erinnerung wie ausgelöscht.

Was wird sie von mir denken?" warf sie sich innerlich vor. Daß ich sie kläglich hintergangen habe." nd

Euer Mann kann doch nicht unfreundlich gegen Euch gewesen sein, nachdem Ihr so viel geduldet und gelitten habt?" rief Lady Bell, ihre Augen forschend auf das blasse Gesicht und die bebenden Lippen ihrer Dienerin hestend. Ich sehe, es ist so," fügte sie bei, denn nur dies kann Euch so trostlos machen. Oh, die Männer, die Männer! Sie behandeln un­sere Herzen wie ein Spielzeug. Wie die Kinder seh­