5
herankam, desto mehr schrumpfte ihr Vertrauen zusammen und sie traf eine Vorsichtsmaßregel, die wohl recht ungewöhnlich sein mochte, aber, wie sie wähnte, ihm vielleicht recht gut zu Statten fam. Sie ließ nämlich den Küster Simons Namen und Adresse nebst dem Ersuchen auf ein Stück Pergament schreiben, daß man den Inhaber, im Fall er sich verirren oder ihm sonst etwas zustoßen sollte, gegen Ersag aller Unkosten nach Hause schicken möge. Diese Karte nähte sie ihm sorgfältig auf den Rückentheil seiner Weste und schärfte ihm ein, sie ja nicht abzulösen. Der alte Mann versprach dies und Esthers. Gemüth wurde etwas ruhiger.
Sein Urlaub lautete auf einen Monat.
Die Zeit war bereits abgelaufen. Dem langgehegten Plan früherer Jahre zufolge hatte der Weber Lincoln besucht und den großen Tom gehört, sogar wegen des berühmten Mancroftgeläutes in St. Peter sich bis nach Norwich begeben und die Bekanntschaft der Läuter gemacht, die ihm zu lieb einen Triplebobmajor mit dreitausend sechshundert und fünfundfiebenzig Variationen ausführten. Dies war die größte Ehre, die Simon je widerfahren, und er pflegte sich ihrer in spätern Jahren noch oft zu rühmen, wie er denn auch, wenn es bei Ausübung seines Amtes in seinem Heimathorte zwischen ihm und seinen Kameraden zu strittigen Fragen kam, sich stets mit Entschiedenheit auf die Autorität der Norwicher Läuter berief.
Esther hatte seit seiner Abreise nur zwei Briefe von ihm erhalten und dieselben pflichtlich zur gebüh= renden Besprechung ihren Nachbarn und guten Freun


