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Wenn Esther nach ihren kurzen Ausgängen wieder in das Häuschen zurückkehrte, so traf sie den armen Mann mehr als einmal an seinem Webstuhl, wie er mit zum Schuß ausgeholtem Schifflein regungslos dasaß und dermaßen in seinen Kummer sich vertieft hatte, daß nicht einmal ihr Eintreten ihn zu stören vermochte. Es war klar, daß dieser Zustand nicht so fortdauern konnte oder durfte, wenn ihm das Herz nicht brechen sollte. Jede Veränderung war besser, selbst wenn sie nur mit getäuschter Hoffnung endete.
Esther war nicht die einzige Person im Dorf, welche unter der Schwermuth litt, die ihres Mannes Webstuhl müssig machte; denn mehr als ein Bauernweib wartete darauf, daß das Garn, welches sie gesponnen, ihr als gute starke Leinwand zurückgegeben werde; es war in der That ein allgemeiner Nothstand und die Hausmütter von St. Faith steckten ihre Köpfe zusammen, um zu erwägen, wie ihm am besten ein Ende gemacht werden könne.
Es wurde beschlossen, daß Simon Gee für einige Wochen die Heimath verlassen solle, um Lillian aufzusuchen. Alle, die dazu riethen, glaubten zwar nicht an den Erfolg dieser Sendung, aber doch an den günstigen Einfluß einer Ortsveränderung, und schossen deßhalb, um Esther günstiger zu stimmen, die Reisetosten zusammen.
Nicht ohne Bangen sah Esther ihren Mann die Reise antreten. Sie hatte zwar bisher eine ziemlich hohe Meinung von seinem Verstand gehegt und ihn nicht halb für so einfach gehalten, wie er den Nachbarn erschien; aber je näher die Zeit der Abreise


