Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

219

Ankoͤmmlinge mit den Dreyen, welche er da zu Duͤ⸗

ren am 29ſten Junius 1778 hatte reiten und tanzen fehen.

Daruͤber wurden die Haͤuſer voller und immer voller, ſo daß nach zehn Jahren nur noch in Duͤren Platz war, wenn alle die Alten und acht junge Paare

mit ihren lebendigen Hoffnungen einkehrten, wie denn das alljaͤhrlich, auf ausdruͤckliches Verlangen der guten Alten, geſchehen mußte. Endlich fingen dieſe an Platz zu machen und nun ging es an ein bitteres Scheiden! Zuerſt begruben ſie den guten, alten Grafen, dann die Graͤfin, dann unſern lieben, freundlichen Vater Barnekow

und bald folgte ihm ſeine Hausfrau. Nicht lange uͤber⸗

lebte der Freyherr ſeine Freunde, ſeit deren Tode er merk⸗ lich ſtiller und verſchloſſener ward. Er ſtarb in Duͤren, unfaͤhig von ſeinem Lieblinge, von ſeiner Sophie, ſich zu trennen und nicht von ſeinem Sterbelager war ſie gewichen und als ſie nun auch ihn, den letzten der lieben Alten bey⸗

geeſetzt hatten, da war es als wenn die Grabesſchauer

der Vergaͤnglichkeit ſie Alle anwehten, ſie ſanken einander mit ſtillen Thraͤnen an die Bruſt und So⸗

phie rief:Kinder, wir wollen uns lieb haben, recht

lieb! Es iſt doch das Einzige in dieſem kurzen, ar⸗ men Erdenleben, deſſen man nicht ſatt und muͤde wird! Die Kinder wuchſen heran, es gab Sorgen man⸗