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cher Art, die laute Freude war einem ſtillen Ernſte laͤngſt gewichen,— die Kinder wurden groß, die Ael⸗ tern wurden alt,— auch ſie begannen den Platz zu raͤumen!— Zuerſt— der Graf, dann— unſre him⸗
melfreundliche Pauline,— dann ihr Freyburg, der nur
in ihr lebte,— dann— unſer Carl— und nun le⸗ ben noch— Mathilde und Sophie, in unzertrennlicher Gemeinſchaft, zu Duͤren, geliebt, angebetet, in der Mitte der Kinder, der Enkel und der Urenkel.— Aber
immer noch lebt die Erinnerung voriger Tage in ihnen
und immer noch bluten die Wunden die der Verluſt ihrer Lieben ihnen ſchlug und immer friſch und neu erſtehen die Bilder jedes lieben Tages, jeder ſchoͤnen Stunde vor ihren Augen und immer noch werden die liebe, liebe, den Jahrhunderten trotzende Eiche, die Bruͤkke und manches andere unvergeßliche, ſchoͤne Plaͤtzchen beſucht.— Die Kraft beginnt zu ſinken, aber kraͤftig und jugend⸗ lich ſchlagen die Herzen und nur das Eine fuͤrchten ſie: es moͤgten ihnen dieſe Herzen und dieſe Kraft der Er⸗ innerung ſterben, ehe auch ſie von dem lieben Schau⸗ platze ſo groſſer,— ach,— ſo kurzer Erdenwonnen ſcheiden muͤſſen.


