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waͤre! Denn hier iſt er was er dort nicht ſeyn kann, ein freyer Mann!— So denken wir in Hamburg!—
Man ging zur Ruhe— und noch einmal, und dann ſchlug die boͤſe Scheideſtunde! Sophie hielt ſich wakker,— als aber der geliebte Mann ihr aus den Augen war, rief ſie:„ſchreckliches Loos eines Solda⸗ ten Frau zu ſeyn!e⸗
Der Krieg waͤhrte, wie bekannt iſt, nicht lange
und nach zehn Monaten kehrte der Mann zuruͤck und
fand, mit welcher Freude! wie ſchoͤn ſie Wort gehalten hatte, denn allerdings bluͤhte ſie braͤutlich friſch und allerdings war ſie wieder einen halben Kopf gewachſen.
Ihr verſtaͤndiger Vater hatte ſich in der Gegend von Frankfurt am Mayn, ſo ungefaͤhr zwiſchen ſeinen Schwaͤgern in der Mitte, angeſiedelt und in allen drey Haͤuſern war und ward die Freude einheimiſch.
Das neuerſtandene Waldheim, das, in der wieder⸗ gebornen guten Laune des Freyherrn neubelebte Dor⸗ ſten wurden gaſtlich und geſucht und, was Wunder, wenn die Schwiegerſoͤhne hinzuſtroͤmten!— unter denen der alte Herr nun eine allerdings etwas ſchwere Aus⸗ wahl treffen mußte und immer nur durch viele Bitten zur Einwilligung bewogen werden konnte. Denn immer legte er einen Maaßſtab an dieſe Schwiegerſoͤhne, deſſen Gebrauch die arme Menſchheit, ſo wie ſie nun einmal da ſteht, unterſagt!— Das heißt, er verglich die neuen
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