Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

203 und die Letzten auf dem Platze ſeyn!« und ſo ver⸗ ließ ſie das Zimmer.

Der gute, beſcheidene Mann fuͤgte ſich dem Willen ſeiner jungen Frau und folgte ihr auf dem Fuße.

Ohne Kuß und Umarmung, mit einem bloſſen Haͤndedrukke, aber mit einem Angeſichte empfingen, das ihm unendlich reichere Gaben entgegentrug, nahm er neben ihr am Tiſche Platz und welch ein Beyſam⸗ menſeyn! Welche Einſamkeit! Welcher Friede!

Moͤgten doch alle dieſe Genußmenſchen begreifen oder ahnden koͤnnen, moͤgten ſie nur erfahren wollen, welch ein Genuß in freywilliger Entbehrung liegt und mit welchem Rechte unſer vergeſſene, nichtverſtandene Kant ſie predigt und preiſet!

Dann fuͤhrte die junge Frau ihn vor das Bette des Bruders und ſagte:endlich will ich Frieden im Hauſe haben! Er und Mathilde ſchliefen noch, dieſe ward zuerſt leiſe geweckt, dann nahm der Graf an ihrer Seite Platz, ſie an des Bruders Seite und weckte auch den..

Hier ſind, ſagte ſie, vein Paar Menſchen, die Dich ſehr lieb haben, die Dir einen ſchoͤnen guten Mor⸗ gen ſagen und auch Dir Gluͤck wuͤnſchen wollen!Wirſt Du ſie nicht verjagen? Nicht verſchmaͤhen?« Der Bruder machte ein ſehr ernſthaftes Geſicht, ohne es auf irgend Jemand zu richten. Kannſt Du es