— 190— ter des Obergaͤrtners, des Kellermeiſters und des Kü⸗ chenmeiſters, deren Inhaber, eben wie der Oberforſt⸗ meiſter und der Oberfoͤrſter, mit vollem Gehalte ent⸗ laſſen wurden.„Denn,“ ſagte ſie,„Obergaͤrtner, im kleinen wie im groſſen Garten, iſt mein Gemal, der
. Graf, und Oberkuͤchenmeiſter bin ich! Wir verſtehen
zwar Beyde Nichts davon, aber in drey Monaten ver⸗ ſtehen wir Alles und unterdeſſen werden der Gaͤrtner und der Koch ſchon ſorgen zu beweiſen, daß ſie keiner Chefs beduͤrfen und die Hochzeitsſchmauͤſe ſollen dar⸗ unter nicht leiden. Es waͤre doch,“ ſetzte ſie hinzu: „erſchrecklich, wenn ich meinem lieben Manne keine an⸗ dre Mitgift zutruͤge, als meines Vaters Geld und mein kuͤmmerliches Herz, woran er ſich ohnehin bald ſatt gefreut haben wird, denn ſo machen es die Maͤnner, wie ich in aͤuſſerſt guten und lehrreichen Buͤchern geleſen habe.“
Uebrigens hatten alle drey Maͤdchen einſtimmig gebeten, ſie mit einem ſogenannten Hochzeitsfeſte zu verſchonen und, wenn es nicht anders ſeyn koͤnne, ſie damit am Tage nach der Hochzeit zu begnadigen, wel⸗
ches ſie denn auch, aber nicht ohne Muͤhe, errangen,—
und hier koͤnnten wir den Vorhang fallen laſſen, denn⸗ ſagt das alte Lied, wenn die Partheyen erſt Hochzeit gemacht hat alle Maͤhr ein Ende,— koͤnnten wir es uͤber uns gewinnen, ſo ſchnell von unſern Lieben zu


