— 34— hatten der Graf und ſein Sohn einander ſchmaͤhlichen Mord geſchworen!— Beyde waren graͤnzenlos belei⸗ digt und erbittert!—
Was ihn am Meiſten druͤckte, war die Nothwen⸗ digkeit, ſeiner Frau und Paulinen dies Alles mitzu⸗ theilen, wie ſehr er auch auf Sophiens Beyſtand dabey rechnen mogte! Denn, mißlich war die Sache immer!— Wer konnte wiſſen, was auch ihm begegnen mogte!— und das Alles ſollten dann Frau und Tochter unvor⸗ bereitet von Fremden erfahren?— Er wollte die Sache mit einem Freunde berathen,— er wußte nicht den rechten Mann zu finden!— Da flog ſeine Sophie in das Zimmer und brachte einen, an die Mutter adreſſirt
geweſenen, Brief ihres Bruders, deſſen Inhalt man
nur bedenklich finden konnte, wenn man den Brief Mathildens geleſen hatte und der gleichwohl ihr, wie Paulinen aufgefallen war!
„Mein Toͤchterchen,“ ſagte er, du haſt Dich
immer geſetzt und verſtaͤndig, uͤber Deine o Jahre hinaus,
bewieſen, jetzt gilt es mehr wie je!— ich habe boͤſe Nachrichten von Deinem Bruder!— Hier lies!e Ohne Mine und Farbe zu aͤndern, nur bisweilen den Kopf unmerklich ſchuͤttelnd, vollendete ſie und blickte dem Vater ſchweigend eine Weile in die Augen, dann aber ſagte ſie:„mein Herzensvaͤterchen, was halten Sie von der Sache? und was wollen Sie thun?


