Sie ſah ſich unter ihrer lieben Eiche kummervoll allein, als ein ſchoͤnes, bluͤhendes Maͤdchen langſam ihr nahend, ſie umarmte, mit vielen Thraͤnen ſie kuͤßte, und immer rief:„ach, die boͤſen Bruͤder! die boͤſen Maͤnner!e⸗
Sehr begluͤckt durch dieſen Erguß der Liebe, fand ſie ſich unangenehm darin geſtoͤrt, als ein anderes, jun⸗ ges Maͤdchen, in welchem ſie ſich ſelbſt zu erkennen glaubte, jene von ihr riß und ſagte: das ſind Perlen die doch nicht nach ihrem Werthe bezahlt werden! ich will dir einen Diamant bringen, der uͤberall gilt!«— zu⸗ gleich Jene mit ſich fort zog bald aber zuruͤckkehrend, einen bejahrten, ſehr wohlgebildeten und einnehmenden Mann zu ihr fuͤhrte, der nun neben ihr Platz nahm, waͤhrend Jene verſchwand.
Deiſer Mann trocknete ihr die Thraͤnen und ſagte freundlich:„ſo klage doch mir Dein Leid, liebes Toͤch⸗ terchen! vielleicht kann ich helfen le⸗
Als ob es das Wort eines Engels geweſen waͤre, ſo fuͤhlte ſie jedes Kummers ſich entladen und wollte nun durch eine ausfuͤhrliche Mittheilung aller ihrer Lei⸗ den dem gequaͤlten Herzen Luft machen, als der Mann, den Kopf ſchuͤttelnd ſagte:„Du mußt ſehr laut ſprechen, denn ich hoͤre ſehr ſchwer le⸗ welches ſie nur zu ſehr beſtaͤtigt fand, da er, wie ſie ſich auch anſtren⸗ gen mogte, immer nur die obigen Worte wiederhohlte


