Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1828)
Entstehung
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ſchaft zu tragen? verſprich mir das! mir und Dir! G

Der Graf verhieß es ſie gingen und fanden ihn unter jener Eiche, wo er dieNichtswuͤrdige, Ver⸗ worfene, zum erſtenmale ohne Zeugen, wo er ſie nur zu liebenswuͤrdig geſehen, wo er ſo liebe, hartgetaͤuſchte Hoffnungen zu naͤhren begonnen hatte, wo er am liebſten verweilte, wohin auch Mathilde, wenn ſie ihn abweſend wußte, mit ihrer Arbeit und ihrem Grame fluͤchtete, der Bruͤkke zugewandt, uͤber die er ruͤkkehren mußte, und ſchnell ſich entfernend wenn ſie ihn mit ſcharfem Auge ſchon in weiter Ferne erblickte.

Er ſah ſie kommen, aber ſo wenig der grimme Hagene vor der Chrimehilde, ſo wenig wollte er vor denen aufſtehen, die er nun einmal als ſeine aͤrgſten Feinde betrachtete und ſo, die Haͤnde auf die Kniee ge⸗ ſtuͤzt und dem Grafen hoͤchſt ruhig in die Augen blik⸗ kend, erwartete er ſie.

Dem Grafen erſtarb das Wort des Friedens auf der Zunge und ſichtbar beleidigt ſagte er:Mathilde ſetze Dich le⸗

Ich kenne meinen Platz!« erwiederte, ſanft, wie der Friede, das liebe Maͤdchen und dachte ſich dabey: den Platz der dehmuͤthig flehenden Gattin vor dem erzuͤrnten Gemale! denn das war er ihr ja, wenn auch nur vor Gott! er aber uͤberſezte es ſich: