— 14—
entwaffnen, und nun gar dieſe Bewachung, durch welche das ganze Schloß zwar nicht in das Geheim⸗
niß eingeweiht war, welche aber den jungen Mann
wie die Familie zum Gegenſtande der Geſpraͤche aller Hausgenoſſen und Nachbarn machen mußten, ein
Reſultat, welches durch eine verdoppelte Aufmerkſamkeit
und Ehrfurcht, in Folge ſeines ernſten Befehles, nicht gehemmt werden konnte!!—
Man denke ſich vollends ſeinen Schmerz, als der alte Joſeph auf ſeine Frage: was die Leute von dieſer Be⸗ wachung des Fremden redeten? in ſeiner Mundart ihm antwortete:„Schauen's, Ihr Gnaden, was die Leute reden, taugt halt nicht viel! Sie ſagen, der Herr Oberſt und der Herr Oberſtwachtmeiſter haͤtten die Sache ſo fuͤr ihren Kopf abgemacht, nun aber wollte die Braut dem jungen Herrn nicht gefallen, da ſollt' er denn mit Gewalt heran und weil Sie bange waͤren, daß er ent⸗ wiſchte, ſo muͤßte ich nun mitreiten!⸗—
8
In dieſer Stimmung fand die Schweſter ihn denn zu jeder denkbaren Ausgleichung und Hingebung bereit
und ſie beſchloſſen, ihren beleidigten Gaſt aufzuſuchen um uͤber die Suͤhne mit ihm zu reden. Gleichwohl konnte das verſtaͤndige, bedaͤchtige Maͤdchen ſich nicht erwehren zu ſagen:„Du erwarteſt gewiß ſo wenig als ich ihn fuͤgſam und nachgiebig zu ſinden,— wirſt du auch im Stande ſeyn, den Ausbruch ſeiner Leiden⸗


