Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1828)
Entstehung
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Bald war angeſpannt und vorgefahren, der junge Graf aber fand Gelegenheit ſeinem Gegner, obgleich dieſer dem alten Manne nicht von der Seite ging, zu ſagen⸗Sie ſcheinen nicht Wort zu halten, deſto beſſer halte ich es, denn das Blendwerk mit dem Brieſe kaͤuſcht mich nicht!« worauf dieſer erwiederte:Ihre Verblendung iſt groß, denn ich merke, Sie kennen mich noch immer nicht, aber Sie ſollen mich kennen lernen! und als ſie nun einſteigen wollten, bat ein Jaͤger um gnaͤdige Erlaubniß mit zur Stadt fah⸗ ren zu duͤrfen, erhielt ſie vom alten Herrn ohne Arg und ſetzte ſich mit der Buͤchſe neben den Bedienten.

Auf dem Poſthauſe ward die Eſtafette ſogleich be⸗ ſtellt und unterdeſſen ging der alte Graf mit unſerm Freunde in eben jenes Oberſtuͤbchen, wo dieſer den

Sohn vor Kurzem zuerſt geſehen und geſprochen hatte;

er ſaß an eben dem Fenſter, an welchem er zuerſt die Stimme des jungen Grafen vernommen hatte und man kann denken, welche Gedanken und Empfindungen ihn beſtuͤrmten und wie ungleich mehr ſie ihn geguaͤlt haben wuͤrden, haͤtte nicht des alten Mannes Gegenwart und Unterhaltung ihnen eine wohlthaͤtige Inerubsochung gegeben!

Bald war der Reuter da, der Brief ward expedirt und unſer Freund mit ſeinem Poſtſcheine in der Taſche zoͤgerte noch, um dem Briefe einigen Vorſprung zu ver⸗