4.ANA 333
Stille verſchmachtet. Ich wuͤrde auch zu⸗ verlaͤſſig Deinen Entſchluß wankend gemacht haben, wenn ich nicht voraus ſah, daß ich ihm zuvorkommen koͤnnte, ehe er unabaͤnder⸗ lich war. Sieh' gutes Kind, Du warſt mit lauter Verraͤthern umgeben, die Dich Deiner
Einbildungskraft uͤberließen, und unterdeſſen
in aller Stille ihren Plan zur Reife brachten. Ich kenne das weibliche Herz zu gut, als daß ich nicht haͤtte wahrnehmen ſollen, daß ſich der leichtſinnige Agathon an Deinem Her⸗ zen einen ſehr warmen Vorſprecher erworben haͤtte; und Dein gaͤnzliches Stillſchweigen von ihm in Deinen Briefen, abgerechnet ei⸗
nige Unterbrechungen, die Dir Deine Delika⸗
teſſe zur Pflicht machte, konnten nur meine Wahrnehmung zur Gewißheit beſtaͤtigen.*
„Dieſelbe Bemerkung machte ich bei dem Grafen. Ein junger Wuͤſtling, welcher. gewohnt war ſich aͤber alles mit Leichtigkeit hinauszuſetzen, bewies Achtung gegen die Zartheit des Zigeunermaͤdchens, und fuͤhlte Ehrfurcht vor der Prinzeſſin. Sei es noch ſo große Seltenheit, daß Liebe in dieſem Stande zwei Herzen vereinigte, ſo iſt es doch gewiß der Fall hier.“—
Clo⸗


