0. ErA Eine leiſe Ahnung trat vor ihre Seete und— noch heißer fuͤhlte ſie ihr Blut die Adern durchſtroͤhmen und ihr Geſicht in Glut fetzen; feurige Bilder ſlatterten vor ihren Augen, und vor ihren Ohren rauſchte es wie das Sauſen eines Tannenwaldes, wenn der Wind durch ſeine Kronen ſtreicht.— Sie Hielt das Juch vor ihr Geſicht und ſtand auf, und Eulalie, die ſie genau beobachtet hatte, folgte ihr. Im Rebenzimmer ſank Clothilde an Eu⸗ Laliens Buſen; ſie war in dee heftigſten Be⸗ wegung.— Wehmuth ergriff ſte, und Thraͤ⸗ nen ſchafften dem gepreßten Herzen Linde⸗ vung—. „Prinzeſſin!“ ſagte Eulalie ſanft,„die Freude wirkt zu heftig!« und zog ſie neben ſich auf's Sopha.
„Sind wir allein?« erwiederte Clo⸗ thilde ſchwaͤrmend;„— nenne mich nicht Prinzeſſin, holde Graͤtn— nenne mich Clo⸗ thilde oder Goldchen und frage iſt Dir ſo bang und weh? ſo froh und traurig?“—
„Ich ſtimmte nicht in die Ueberraſchung,“ erwiederte Eulalie,„weil ich Deine Reitzbad⸗
keit kenne, gutes Kind; aber ich ward ven
Deinem Bruder uͤberſtimmt.“
———


