Teil eines Werkes 
[1] (1801)
Entstehung
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zerriß die Feſſeln des Etikets und der Froͤmme⸗

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Clothilde ſchlug die Augen nieder und fand dieſe Anrede ſo unerwartet, daß ſie kei⸗ ne Antwort darauf finden konnte.

Indeſſen freundlich reichte ſie ihr die Hand und fuͤhrte ſie in den Salon und—

welche ſuͤße Ueberraſchung!

Sie erblickte ihre Mutter, die Graͤſin von Reſenſtern und— den Grafen von Schoͤn⸗

kopf.

Die ploͤtzliche Freude iſt dem empfind⸗ ſamen Herzen ein elektriſcher Schlag, und iſt ſie zu groß, ſo wirkt ſie auch zu heftig auf die Lebenskraft: Clothilde ſtuͤrzte mit ausge⸗ breiteten Armen auf ihre Mutter zu und ſank leblos vor ihr nieder.

1 In den Armen der Graͤfin Eulalie er⸗ hohlte ſie ſich wieder. Welch ein Anblick, als ſich ihr Auge oͤffnete und den freudevollen mit Mitleid vermiſchten Blick Eulaliens auf⸗

fieng.

„Gott!“— ſtammelte ſie mit beben⸗ den Lippen—„Du ſchenkſt mir der Freuden zu viel auf einmal!“—

Eine Crgießung des Herzens wie hier, laͤßt ſich mit keinen Worten darſtellen. Das Gefuͤhl zeigte ſich in ſeiner ganzen Kraft und

lei,