Teil eines Werkes 
3. Theil (1835)
Entstehung
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mit zuckerſüßem Lächeln meinte, wir brächten der hohen Regierung ein großes Opfer, indem wir den Creolen er⸗ lauben, ſich an unſere Sociedad anzuſchließen. Der alte Moncada iſt ein prächtiger Mann.

Der etwas ſtarke Sarkasm hatte ſeine Wirkung auf die Ariſtokraten nicht verfehlt. Der merkbare Zug von Ungeduld, der ſich auf ihren Geſichtern gelagert, hatte ſich in ein ironiſches Lächeln verwandelt.

Wißt ihr, wie die Antwort Hotſpurs in wenigen Worten gegeben werden könnte? in unſerem Sprichworte: Bewahre mich o Gott vor meinen Freunden, vor mei⸗ nen Feinden will ich mich ſelbſt bewahren.

Du biſt aber wirklich ſonderbar, rief der Mar⸗ quis de Grijalva wieder ein wenig ungeduldig.

Oder auch wie Louis XI. zu ſagen pflegte.Wüßte ich, daß mein Hut die Geheimniſſe meines Kopfes auch nur ahnte, auf der Stelle wollte ich ihn vernichten. Ja Freunde, fuhr der vorſichtige Ariſtokrat fort,wir wollen thun, wie jener italieniſche Singlehrer mit ſei⸗ ner Schülerin, der berühmten that, die immer nur eine Cadenze ſtudiren, Jahre lang ſtudiren mußte, und endlich mit den Worten entlaſſen wurde:Nun biſt du eine vollendete Sängerin. Sie traute ihren Ohren nicht, aber es war, wie der Mann ſagte. Sie war, ohne es ſelbſt zu wiſſen, eine Meiſterin des Geſanges geworden. Unſer Studium muß das Volk ſein, der Volksgeiſt, Jahre lang muß er es ſein. Haben