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Sinne handle. Selbſt der Despotismus muß dieß thun. Der Spanier hat in ſeinem bigotten Hochmuth dieſem Lebensprinzip jeder Regierung Hohn geſprochen, und da⸗ her kommt die Revolution. An uns iſt es, ſeine Fehler zu benutzen, an ſeiner ſtatt uns dieſes Volksgeiſtes zu be⸗ meiſtern. Von gegenwärtiger Theilnahme am Kampf iſt jedoch auf keine Weiſe die Rede. Die große Maſſe der Creolen will es nicht, und wir haben auch keine Urſache aufzutreten, denn wir haben den Kampf nicht ange⸗ fangen.“
„Conde,“ bemerkte der Graf R— a,„was das Anfangen betrifft, ſo dürften wir denn doch nicht ſo ganz unſchuldig ſein.“
„Auch der feinſte Ariſtokrat ſagt zuweilen eine Sottiſe.“
Die Blicke, die alle dem Sprecher zuwarfen, lie⸗ ßen ihn in keinem Zweiſel, daß ſeine Bemerkung nichts weniger als zur Sache gehörig war.—
„Daß wir einiges gethan haben, um uns aus der tiefen Erniedrigung, in welcher wir von dem Spanier gehalten wurden, herauszureißen, das iſt ein Punkt, deſſen Erör⸗ terung wir um ſo weniger auf uns nehmen wollten, als ſie gar nicht nöthig iſt,“ erwiederte der Ariſtokrat;„aber wer hat dem Prieſter das Recht gegeben loszubrechen, wo die Erſten des Landes ſich zurückzogen?“
„Die Gefahr, ſeinen Kopf zu verlieren.“ „Perdon,“ entgegnete der Conde.„Wir glauben
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