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aber jeden günſtigen Umſtand benutzen,“ ſchaltete der
Conde ein.
„Es iſt aber doch ein herzloſes Spiel, dieſes Spiel das wir treiben, bemerkte der Marquis Grijalva.
Die Cavaliere ſahen den Conde an, als erwarteten ſie von ihm die Beantwortung des Vorwurfes.— Er ſchwieg.
„Herzlos,“ nahm endlich der Marquis de Ch—l mit dem feinen Takt eines Ariſtokraten das Wort. „Das könnte ich eben nicht ſagen, wenn wir vor dem blutig raſenden Kampfe zwiſchen dem Tieger und der Hyäne zurücktreten, und uns auf einen erhabnern Stand⸗ punkt verſetzen.“
„Warum nicht durch unſer Gewicht den Kampf entſcheiden 2“*
„Wohl vorzüglich deßwegen nicht, weil wir bisher noch kein Gewicht hatten,“ fiel der Conde ein,„weil wir uns dieſes erſt verſchaffen müſſen, denn der Spanier hat weislich dafür geſorgt, daß wir keines haben. Das Ge⸗ wicht, das wir nun zu erlangen angefangen, iſt vorzüg⸗ lich negativer Art, durch unſere Mäßigung erlangt. Wir haben den Volksgeiſt richtig aufgefaßt, und dieſe Auffaſſung hat uns einiges Gewicht verliehen. Es theilt eine Million Creolen unſere Anſichten, daran iſt kein Zweifel, Die Hauptkunſt des Regierenden beſteht wohl vorzüglich nur darin, daß er, ohne es merken zu laſſen, den Volksgeiſt auffaſſe, ausſpreche, das heißt in ſeinem


