Teil eines Werkes 
3. Theil (1835)
Entstehung
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Es iſt eine Waffe, welcher er im hohen Grade Mei⸗ ſter iſt, bei all ſeiner ſonſtigen Imbecillité, bemerkte der Conde R a.Ich verbiß mir beinahe die Lippen, als ich euren Discours über Ingleterre hörte. Ich be⸗ wunderte dich, Almagro.

Warum ſollte ich ihn aus ſeiner ſüßen Unwiſſenheit reißen. Zudem iſt er wunderbar eiferſüchtig auf ſein Wiſ⸗ ſen und Nichtwiſſen. Er hat drei Bücher in ſeiner Bi⸗ bliothek, aus denen er, ſeit er großjährig geworden, täg⸗

lich drei Blätter vor dem Schlafengehen, vorleſen läßt.

In dem einen ſteht, daß Mexiko an Rußland gränzt, deßhalb ſeine Furcht, daß Apolyon, wie er Napoleon heißt, in Mexiko eindringe, da er ſchon in Moskau iſt. Frankreich glaubt er feſt und heilig, liege in Panama.

Auf ſeiner Hacienda ſolltet ihr ihn ſehen. Alle Donnerſtage und Samſtage reitet er in großer Corte*) aus, wo ihm ſeine Dependientes Blumen ſtreuen müſſen. Denkt euch ein paar hundert nackte Indianer und In⸗ dianerinnen, wie ſie dem alten Caballero, der bloß eine Krone braucht, um den Senor David zu repräſen⸗ tiren, Blumen ſtreuen, und er auf ſeinem Maulthiere gravitätiſch einhertrabend, umgeben von ſeiner Familie und ſeinen Beamten. Das iſt aber ſo die Weiſe unſerer Nobilitad.

*) Hofſtaat. Solche Aufzüge ſieht man auch noch heut zu Tage.