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und eine Schlafhaube erhob ſich, und eine Hand, die ſie vom Kopfe zog, und ſo ein klapperdürres kaſtanienbrau⸗ nes Geſicht ſehen ließ, deſſen Schläfe, Stirne und Au⸗ genhöhlen dunkel olivengrüne Umriſſe hatten.
Auf dieſe letzten Jammertöne, die etwas laut ge⸗ weſen, regte es ſich in der Hängematte. Zuerſt erhob ſich ein gleichermaßen kaſtanienbraunes Geſicht, mit eini⸗ gen erbſengroßen Warzen, und einem Barte geſchmückt, der einem Grenadier nicht übel geſtanden wäre; dann folgte der etwas ſchwere Leib, der aber Folgſamkeit ver⸗ ſagte, und den Kopf wieder nach ſich zog. Ein zweites Mal erhob ſich der Kopf, und durch einen plötzlichen Aufſchwung wurde ein Hals ſichtbar, Schultern, Bu⸗ ſen und alle die Appertinenzien eines weiblichen Ober⸗ theiles, mit deſſen Beſchreibung wir jedoch unſere Leſer verſchonen, denn ſie waren nichts weniger als lieblich zu ſchauen. Die Dame des Hauſes, ſie war es ſelbſt, ſchien ſich nicht im mindeſten durch die Gegen⸗ wart des Mulatten zu geniren, und richtete ſich ganz in der Hängematte auf.
„Manca!“ ſchrie ſie mit einer Trompeterſtimme, indem ſie umherſchaute.„Manca!“ ſchrie ſie noch ſtär⸗ ker, und zugleich erhob ſie einen ihrer Füße nebſt Schen⸗
kel, und beide aus der Hängematte werfend, ſtieß ſie die ſchlafende Manca über den Schemel hinab.
Durch dieſen Stoß wurde die Hängematte in eine ſchaukelnde Bewegung gebracht, die der Spanierin recht


