hingegoſſen eine Doppelgeſtalt, von welcher die eine Hälfte bloß die Umriſſe des Leibes erkennen ließ, die andere aufrecht ſaß. Dieſe Umriſſe verriethen wieder einen ſtarken Bequemlichkeitshang, denn der Gürtel war gelöſet, und der Oberleib nur ſehr wenig mit dem glänzend ſchwarzen Rabenhaar bedeckt, das über dieſen ausge⸗ breitet ſchien, mehr um die Weiße deſſelben hervorzu⸗ heben, als den Zwecken der Bekleidung zu entſprechen. Die Enthüllte, die ihr Hausrecht ſo ungenirt gebrauchte, war nach allem zu ſchließen, noch ſehr jung; von ihrem im Schooße der zweiten Geſtalt eingewühlten Geſicht, war wenig oder nichts zuſehen. Dieſe zweite Geſtalt war nußbrauner Farbe, und ihre Finger wühlten, und ihre Augen bohrten ſo emſig in den Haaren der ihr im Schooße Ruhenden, daß ſie in gewiſſer Hinſicht einer Jä⸗ gerin glich, die in der Haſt des Verfolgens alles um ſich her vergeſſen. Der Saal, in dem die beiden Mädchen ſich befanden, war im ſpaniſchen Geſchmacke der höhern Klaſſen aus⸗ meublirt, das heißt, mit Eſteras belegt, einem Mitte⸗ und zwei Seitentiſchen, auf welchem letztern die Bild⸗ niſſe der Jungfrau de los remedios und des San Jago de Compoſtella ſtanden, und einigen Dutzend Seſ⸗ ſeln mit ungeheuer hohen Lehnen, die wohl die Zeiten Philipps des Vierten geſehen haben mochten. Die Wände waren mit blauem Porzellan bekleidet, die Vorhänge von grünem Corduan, und ſtatt des Luſtre, der in einem
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