Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
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ein Epoche machendes Ereigniß ſein mußte. Es hatte ſie wirklich ganz und gar außer Faſſung gebracht, und der einzige, der ſeinen Gleichmuth nicht verloren, war der Graf geweſen. Mit jener Gewandtheit, die wir bereits bei ſo vielen Gelegenheiten an ihm zu bemerken veranlaßt waren, hatte er die Pauſe, die durch die Entfernung der königlichen Commiſſarien entſtanden war, auf eine Art ausgefüllt, die die Mitglieder des Conſulado, gro⸗ ßentheils geborne Spanier, nicht mehr zum Bewußtſein kommen ließ. Er brachte die Nothwendigkeit, die Re⸗ gierung zu unterſtützen, mit ſcheinbar ſo vieler Wärme in Vorſchlag, unterſtützte dieſen zugleich mit ſo vielen patriotiſchen Gründen, und ſprach ſich ſo unverholen zu Gunſten der Regierung aus, daß die Spanier ihn er⸗ ſtaunt anſtarrten, die Creolen in ein lautes Murren aus⸗ brachen, und die Erſteren ſich wie nothgedrungen anſchick⸗ ten, ſeine Anſichten durch Gegengründe zu bekämpfen. In dieſer Bekämpfung verwickelten ſie ſich allmälig ſo tief in die Auseinanderſetzung des Zuſtandes des Landes, wußten die Nothwendigkeit, ein aufmerkſames Auge auf die nimmerſatten und verſchwenderiſchen Regenten zu werfen, ſo eindringend darzuthun, bewieſen die Räube⸗ reien und Erpreſſungen dieſer Regenten ſo haarklein und unwiderleglich, daß ſelbſt dem Conde das Bedürf⸗ niß einer ſchärfern Controlle einleuchtend wurde. Im Verfolge dieſer Debatten wurde nun allmälig die ganze Lage des Königsreiches den Blicken der erſtaunten Edel⸗