Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
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ihren Kronländern zählte, war die Regierung dieſes mächtigen Königreiches auf eine ſo brutale und rück⸗ ſichtsloſe Weiſe abgefertigt worden. Es kontraſtirte dieſe Abfertigung ſo grell mit allem, was die Creolen über freien Ton gegen eben dieſe königliche Regierung geträumt hatten, daß ſie ſich kaum von ihrem Erſtaunen erholen zu können ſchienen, und wie Staarblinde zu ſchauen wa⸗ ren, an denen die Operation glücklich vollbracht, und von deren Auge ſo eben die grüne Binde zum erſten⸗ male genommen wird, um ſo ihre ſchwachen Sehorga⸗ ne im helldunkeln Gemache allmälig an das ſchärfere Tageslicht zu gewöhnen. Sie ſchienen gewiſſermaßen eine neue Welt vor ſich zu ſehen, verſchieden von der, in welcher ſie bis jetzt gelebt hatten. Die hohe unum⸗ ſchränkt verfügende Regierung, die über ihr Vermögen, wie über ihr Leben nach Herzensluſt bisher geſchaltet, war vor ihren Augen und Ohren von Menſchen, die ſie immer als tief unter ſich ſtehend zu betrachten gewohnt waren, den Juden Spaniens, im Kothe herumgezogen, ihre Anſprüche verhöhnt, ihre Vorſchläge verlacht worden. Dieſelbe Regierung, die ſich die unumſchränkte Gebie⸗ terin alles deſſen nannte, was in Mexiko über und un⸗ ter der Erde exiſtirt, des Schnees auf ſeinen Eisbergen, und des Silbers, wie eine vicekönigliche Weiſung nicht unpaſſend ſagt, in ſeinen Eingeweiden, war um drei Mil⸗ lionen Duros willen, auf eine Weiſe compromittirt, die, ſo natürlich ſie uns erſcheinen mag, für die Creolen Der Virey. II. 17