Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Cigarrendieb zu, nahm dieſem die halb conſumirte Cigarre aus dem Munde, und nachdem er ſie in den ſeinigen verſetzt hatte, trat er vorwärts an den Rand des Ab⸗ grundes, horchte einige Augenblicke, und, in die gräß⸗ liche Tiefe deutend, zog er ſich ſchnell wieder zurück.

Die Beiden waren zugleich herbeigeſprungen, und, ihre Hälſe weit vorſtreckend, ſtierten ſie eine Weile in die Windungen der Barranca hinab, in denen die alte Cor⸗ tezſtraße ſich gegen Cholula hinüberzieht, und dann ſpran⸗ gen ſie mit dem Ausrufe:Mulos y arieros!*) zurück.

Durch die erwähnten Windungen der kaum für Maul⸗ thiere gangbaren Straße und durch Schluchten und über Felſenvorſprünge und grauenvolle Abgründe hörte man einzelne Glocken⸗ oder Schellentöne, deren auf der Ber⸗ geshöhe verhallende Klänge wunderbar anheimelnd die Stille der luftigen Höhe unterbrachen, und bald darauf ſah man auch die Maulthiere, kaum größer als Hunde, langſam den engen Felſenpfad emporklimmen, an den ſtei⸗ len Klippen niederſteigen und ſich wieder emporarbeiten; dann ließ ſich der rauhe, einfache Geſang der Arieros mit ſeinen langen Cadenzen hören, und endlich bekam man auch die leichte Geſtalt der Arieros ſelbſt in ihrem phantaſtiſchen Aufzuge, mit ihren fünfhundert Knöpfen und dem bunten, maleriſchen Kopfſchmucke der Maulthiere,

*) Mauleſel und Treiber.