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mit ihren wollenen Federbüſchen und Troddeln und ihren vielfarbigen Satteldecken und dem Trabucco*) hinter den Sätteln zu ſehen. Es lag etwas ungemein Pittoreskes in dieſem maleriſchen Zuge, als er ſich die himmelhohen Felſen emporwand, und der rauhe, kräftige, ſonore Ge⸗ ſang, begleitet von dem Glöckchenſchalle, im Luftzuge die Bergeshöhe heraufſchallte. Zu gleicher Zeit ſonderte ſich eine Geſtalt von dieſem Zuge ab, die mit außerordent⸗ licher Schnelle und Behendigkeit vorſprang; ſie hatte den ſchon an ſich gefährlichen Felſenpfad verlaſſen, und war am Rande desſelben fortgeklettert. Von Klippe zu Klippe ſpringend, ſchien ſie Vergnügen an dieſem halsbrecheriſchen Zeitvertreibe zu finden, und war auf dem gefährlichen Wege an dem zweiten Abſatze der Barranca angelangt. Es war ein Jüngling, wie man nun, nachdem er die Manga abgelegt, ſehen konnte. Hoch über ſeinem Haupte ſchwebte ein rieſenmäßiger Adler, der königliche genannt, der kreiſend ihn umflog, herabſchoß, wieder aufflog, gleichſam ſpielend mit ſeiner gehofften Beute. Der kühne Felſenkletterer ſchöpfte einige Sekunden Athem, warf ei⸗ nen Blick auf den gewaltigen Raubvogel, und, ſeine Manga vor ſich hinwerfend, ſetzte er mit einem ke⸗ cken Sprunge über den Abgrund. Raſch ſich nochmals aufraffend, ſprang er von Felſen zu Felſen, und langte endlich gegenüber dem Plateau ſelbſt an, von dem
*) Stutzer mit einer weiten Mündung.


