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ſchmutziges Papier aus dem Gürtel nahm, und eine winzige Doſis fein geſchnittenen Tabaks darein rollte, und ihr ſo die Form einer Cigarre gab. Nachdem er dieſe auf
allen Seiten mit ſeinem Speichel begeifert, zog er ſein
Machetto, legte dieſes auf die Cigarre, und entfernte ſich gegen das Geſtrippe zu, das unker dem Felſenabhange anfing.
Sein Gefährte hatte ſehnſüchtig die Vorbereitungen zu einem Mahle angeſehen, das dem Mexikaner mehr Be⸗ dürfniß als ſein tägliches Brod geworden iſt, und kaum hatte der Erſtere den Rücken gewendet, als er zwei Stücke Achiote⸗Holzes*) aus ſeiner Taſche nahm, und dieſe, mit einer wunderbaren Behendigkeit an einander reibend, ſie eben ſo ſchnell in Flammen ſetzte, als dieſes auf die gewöhnliche Weiſe mittelſt Feuerſteines und Schwammes hätte geſchehen können. Die Cigarre anbrennend, fing er eben an, den Rauch mit dem haut-gout eines Con⸗ naiſſeurs einzuſchlürfen, als der Andere aus dem Dickichte hervortrat.
„Maledito gojo! Picaro gojo! Infame gojo!***) ſchrie dieſer, der nun, mit zwei Stücken dürren Holzes zurückkehrend, ſeine letzte Cigarre im Munde ſeines Ge⸗
*) Bixa orellana; wird zum Rothfärben gebraucht. Aus der Rinde werden Stricke verfertigt; das Holz entzündet ſich leicht durch Reibung.
**) Verdammter Hund! Elender Hund! Abſcheulicher Hund!
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