— 12—
Dieſer Gaſthof, der erſte Mexiko's zur Zeit, in die unſere Epiſode fällt, war, ſo wie heutzutage, der Vereinigungspunkt der hohen und niedrigen Welt der Hauptſtadt, das heißt des größten Reichthums und der ekelhafteſten Blöße, die nur gedacht werden können. Die untern Geſchoße nahmen eine Art Bazar ein, in denen Waaren mexikaniſcher Fabrikate zum Verkauf ausgebo⸗ ten wurden; die obern Säle waren zur Bewirthung der Gäſte beſtimmt, und mit einer Pracht ausmeublirt, die auffallend mit der Mehrzahl dieſer Gäſte contraſtirte.
Im erſten dieſer Säle ſtand ein großer, langer Tiſch, einer Billardtafel ähnlich, auf dem Haufen Silbers la⸗ gen, die Tauſende von Piaſtern betragen mochten, wäh⸗ rend die Garderobe der ringsum ſitzenden oder ſtehenden Spieler um eben ſo viele Pfennige zu theuer bezahlt ge⸗ weſen wäre. Außer den Worten Senor und Senoria war kaum ein Laut zu hören; aber dafür ſprachen ihre giftig⸗feurigen Blicke deſto vernehmlicher, und ein Grimm. war in ihren Augen zu leſen, der jeden Augenblick in Mord und Todſchlag ausbrechen zu wollen ſchien.
Der zweite Saal war, wo möglich, von einer noch häßlicheren Klaſſe von Menſchen angefüllt, die liegend, ſtehend, hockend auf allen Vieren, in Stellungen hinge⸗ ſtreckt waren, die nicht beſchrieben, viel weniger geſehen werden mögen; zum Theile beſchäftigt, ihre und ihrer Kinder Köpfe von jenn Bewohnern zu reinigen, die der ganze Reichthum dieſer Klaſſe zu ſein pflegt; eine Be⸗
AM


