Teil eines Werkes 
1. Theil (1835)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

Todtenſtille, die noch wenige Minuten zuvor geherrſcht hatte, daß Auge und Ohr befremdet und erſchrocken die⸗ ſen Tauſenden von Bacchanten und Bacchantinnen zuſah und zuhorchte, die wie aus der Erde gewachſen waren, und eine Miſchung von Phyſiognomien darboten, ſo chao⸗ tiſch, ſo ſchroff und bizarr, feindſelig ſich begegnend, wie ſie auf der Erde nicht mehr geſehen werden können. Ueppige Mulattinnen mit derben Zambos, knochig ha⸗ gere Indianer mit der gefälligeren Meſtizin, ſtattliche Creolen mit Alta atras, und darunter wieder Geſichter, die zu keiner bekannten Race oder Abart des lieben Men⸗ ſchengeſchlechtes zu gehören ſchienen, trieben und dräng⸗ ten ſich um und zu jenen heiligen Faſtnachtsſpielen, au- tos sacramentales genannt, in welchen die ſüdlichen Völker bekanntlich eine eigene Art von Rache an derſelben Religion nehmen, nach deren Gebräuchen ſie wenige Stunden zuvor das höchſte Weſen verehrt; von denen aber nur ſehr wenige jenen myſterioſen Sinn hatten, den die europäiſchen raffinirtern, wenn gleich nicht aufge⸗ klärtern, Völker ihren tollen Mummereien unterzulegen pflegen. Einige derſelben ſchienen jedoch eine tiefere Be⸗ deutung auszuſprechen, und darunter eine, die wir, um

das mexikaniſche Volksleben auch von dieſer Seite ken⸗

nen zu lernen, uns näher beſehen wollen. Es war eine Gruppe von zwölf Perſonen, die, phan⸗ taſtiſch in die verſchiedenen Coſtüme der Indianerſtämme

4 5 4