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rief er dem Cumanchee zu.„Will die weiße Schlange ihrem Vater folgen?“ ſchrie der ſchäumende Wilde.
„Ich kann nicht,“ ſprach ſie,„meines Vaters, meines weißen Vaters Stimme ruft.“
Ein Blick des tödtlichſten Haſſes durchzuckte den Wilden für einen Augenblick, während er das ſchöne, halb ohnmächtige Kind in ſeinen Armen hielt.
„Tokeah will die weiße Roſe den Weißen laſſen;“ rief er giftig lachend, indem ſein Schlachtmeſſer zuckend nach ihrem Buſen fuhr.
„Um Gottes willen! er mordet ſte,“ ſchrie der Ma⸗ jor, der nun wie raſend durch die Indianer brach; doch der junge Mexikaner war ihm in dieſem entſcheidenden Augenblick zuvorgekommen. Mit einem Satz zwiſchen die niederfahrende Hand des Wilden und ſein Schlacht⸗ opfer ſpringend, riß er Roſen aus den Armen Tokeahs und ſchleuderte ihn mit zornolitzenden Augen in die Thüre hinein, daß ſie in Stücke flog.
„Tokeah iſt wahrhaftig eine wilde Katze,“ rief er mit Abſcheu,„der vergißt, daß er ein Häuptling ſeines Volkes, ein Vater iſt, der Schande auf den Namen der rothen Männer bringt. El Sol ſchämt ſich eines ſolchen Vaters.““—
Dieſe Worte, im Pawneedialekte geſprochen, hatten eine unbeſchreibliche Wirkung auf den Wilden. Er hatte ſich aufgerichtet, ſank aber wieder wie leblos zuſammen. El Sol ſprang zu ihm, und richtete ihn auf.
Der Legitime. III. 17


