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Die Milizen waren unterdeſſen angekommen, und traten mit aufgepflanztem Bajonett ein.
„Sollen wir den Indianer ins Gefängniß führen?“ fragte Lieutenant Parker.
Der Major ſtand noch immer ſprachlos, im tiefen Nachdenken ſeine beyden Arme um Roſen geſchlungen.
„Lieutenant Parker,“ ſprach er,„nehmen Sie einſt⸗ weilen Roſen; der Allmächtige ſelbſt hat ſie beſchützt, und uns geziemt es nicht, Rache zu nehmen. Aber „Tokeah!“ redete er dieſen an, indem er nun an den noch immer am Boden liegenden Wilden herantrat, und ihn mit beyden Händen erfaßte und an die Wand richtete, „Tokeah, du haſt dein Leben nach unſern Geſetzen ver⸗ wirkt, und der Strang wäre deine gelindeſte Strafe; doch gehe nun, und zwar in dieſer Stunde. Nicht uns geziemt es, an einem ſo entmenſchten Weſen wie du, Gerechtigkeit zu üben. Sey deiner eigenen Strafe über⸗ laſſen.“
Roſa hing noch halb leblos in den Armen des Squire. Nun jedoch blickte ſie um ſich und erhob ſich dann. „Er war mein Vater, mein unglücklicher Vater;“ flehte ſie, und auf ihn zueilend, ſchlang ſie ihre beyden Arme um ihn.„Vater meiner Canondah!“ bat ſie, „Roſa würde dich nimmer verlaſſen; aber es ruft die Stimme ihres Vaters; wirſt du deiner geweſenen Toch⸗ ter verzeihen?“
Der Indianer gab keinen Laut von ſich.
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