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„Miko,“ ſprach ſie, ihre Arme ausbreitend, und im Begriffe auf ihn zuzueilen,„ich muß dich ver⸗ laſſen.“
„Wie ſpricht meine Tochter?“ fuhr der Indianer auf, der noch nicht ſeinen Ohren zu trauen ſchien, „ Tokeah iſt nicht ihr Vater? Sie will,“ und ſeine Stimme nahm einen ſo unnatürlich pfeifenden Ton an, daß der Wirth und ſeine Frau ſchreyend zur Thüre hereinſtürzten,„ſie will,“ brach er endlich aus,„dem Miko nicht folgen?““
„Sie kann nicht;“ ſprach ſie mit ungemeiner Feſtig⸗ keit.
„ Halt, Tokeah! ſo lieb dir dein Leben iſt; halt,“ rief der Squire,„und ſieh mir in das Geſicht; in dir kocht wieder der Teufel.“
„ Meine Tochter,“ ſprach der Wilde, ohne dieſen einer Antwort zu würdigen,„ ſagt, ſie hat einen andern Vater gefunden?“
„Ja, Vater meiner Canondah!“ flüſterte ſie.
„Und ſie will bey den Weißen bleiben?”“
„Roſa muß.“
» Und Roſa,“ fuhr er in demſelben anſcheinend kal⸗ ten Tone fort,„will den Miko verlaſſen? Ihn allein auf den weiten Pfad gehen laſſen?““
Und indem er dieſe Worte anſcheinend auf die ruhigſte Weiſe ausſprach, hatte er die Riemen des Sarges über ſeinen Kopf gezogen, ſprang mit einem Satze


