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Wirklich war in dem Wilden eine eben ſo plötzliche nur dem ſchärfſten Auge bemerkbare Veränderung vor⸗ gegangen. Es ſchien, als ob auch er ahne, daß ihm Roſa entriſſen werden könne. Seine ſtarre, lebloſe, düſtre Miene, war einer Unruhe gewichen, die den Major beſorgt werden ließ.
„Die weiße Roſe,“ ſprach er nach einer Weile, einen langen forſchenden Blick auf ſie werfend,„iſt eine fromme Tochter, ſie wird für ihren Vater das Wild⸗ pret kochen.“
„Gerne wollte ich dieß für den Vater meiner Ca⸗ nondah thun,“ ſprach ſie noch immer verſchüchtert,„al⸗ lein ein größeres Gebot ruft, theurer Vater. Vater meiner Canondah! Roſa iſt gekommen, um von dir Ab⸗ ſchied zu nehmen.“
Der Indianer horchte hoch auf.
„Ich kann dir nicht folgen, aber mein Vater wird dir hundertfältig vergelten, was du an ſeiner Tochter gethan haſt.“
„Wie meint meine Tochter dieß,“ fragte der Wilde, der ſie noch immer nicht ganz verſtand.
„Miko,“ ſprach das Mädchen,„der Vater, der mir das Leben gegeben hat, iſt wieder gefunden. Roſa muß zu ihm eilen, denn er hat ſie ſeit vierzehn Jahren beweint, geſucht.“
„ Tokeah hat Roſen das Leben gegeben, er hat ſie


