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„Der Miko wußte“, ſprach der alte Mann im fe⸗ ſtem Tone,„daß ſein junger Bruder dem Häuptling der Salzſee entwiſcht. Mein Bruder hätte ihn nicht gefangen nehmen ſollen.“
„Sonderbar! Würde der Miko der Oconees nicht den Yankee gefangen nehmen, der in ſein Wigwam kommt, ihn auszuſpähen?““
„Und war mein junger Bruder ein Yankee?“ fragte der alte Mann, ihn mit einem durchdringenden Blicke fixirend.
„Das nicht; aber ein Feind“—
„Mein Bruder“, ſprach der alte Mann,„hat zu viele Feinde— die Yankee's, die Krieger des großen Va⸗ ters der Canadas.“
Der Mann biß ſich in die Lippen.„Bah— ſagte er endlich— ihr habt die Amerikaner auf der unrechten Seite eures Herzens, und ich beyde.“—
„Der Miko“, ſprach der alte Häuptling,„erhebt die Kriegsaxt, um die Seinigen gegen die Weißen zu ſchützen, und das Blut ſeiner erſchlagenen Brüder zu rächen.— Mein Bruder hat den Tomahawk gegen alle erhoben und beſtiehlt, wie ein Dieb, Weiber und Kinder.“—
Eine brennende Röthe überfuhr das Geſicht ſeines Gaſtes. Seine Zähne knirſchten.—„Fürwahr, Miko, Ihr ſagt mir da Dinge, die mein Magen eben nicht leicht verdauen dürfte.— Er maß den Alten vom Kopf zu den Füßen.— Plötz⸗ lich jedoch wieder ſein voriges Lächeln annehmend,


