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verloren zu haben.— War ſie mit ihrer Schweſter Ge⸗ fangene? Was war aus Mi⸗li⸗mach geworden, der nicht wieder zurückgekehrt, und den ſeine Schnelligkeit zum Liebling ihres Vaters gemacht hatte? War er viel⸗ leicht durch die Hand des Weißen in dem Kampf gefal⸗ len, den dieſer gewagt, ehe er getödtet wurde? Aber hinwieder hatte ſie keine Trophee, keinen Skalp, keine Trauer im Wigwam bemerkt.— Roſa, ihrerſeits, war um vieles gefaßter geweſen— ſie hatte Troſt im Buche gefunden, das der Methodiſtenprediger Canondah gege⸗ ben.— Und häufig hatte ſie ihrer Freundin Stellen daraus vorgeleſen, ſo ſehr dieſe auch den Kopf geſchüt⸗ telt hatte.—„Canondah“, brach ſie plötzlich aus, als Roſa ihr eine lange Stelle von der einſtigen Seligkeit der Auserwählten geleſen hatte,„hat den guten Häupt⸗ ling der Schule ſehr geliebt; nie aber hat ſie ihn leiden mögen, wenn er aus dem Buche vorgeleſen, oder ihr ſanft ins Ohr geflüſtert, ſich mit Waſſer beſprengen zu laſſen. Sie iſt ſehr froh, daß ſie ihm nicht gefolgt hat.“
„Der Häuptling hat es wohl gemeint“, verſetzte Roſa, „„ Canondah ſollte dies gethan haben.“
„Wie!“ ſprach die Indianerin ungeduldig—„Und wenn der Miko Canondahs Haupt mit dem Tomahawk geſpalten hätte, ſo würde ſie in die Hölle unter die bö⸗ ſen Weißen gekommen ſeyn, die ihre Brüder getödet,


